
Im Einklang mit der Natur
Seit seiner Gründung ist der Österreichische Alpenverein mit der Entstehung des Bergtourismus verknüpft. Der Verein legte durch die Errichtung der Schutzhütten und Wege den Grundstein für den Alpintourismus, wie er im Land bekannt ist. Mit den heutigen Massen an Touristen in den Bergen lassen sich die Ziele des ÖAV nicht mehr vereinbaren.
„Wir sind dem alpinen Natur- und Umweltschutz verpflichtet“, erklärt Barbara Reitler. Sie ist Mitarbeiterin der Abteilung Raumplanung und Naturschutz beim Österreichische Alpenverein und widmet sich in ihrer Arbeit auch dem Thema Bergsteigerdörfer. Mit Ende des Jahres 2021 wir die Zahl der Bergsteigerdörfer auf 35 in fünf Ländern angewachsen sein. Neben Lunz am See, das seit dem ersten Tag dabei ist, sind es in Österreich Orte wie Mallnitz, Vent im Ötztal oder Steinbach am Attersee. Alle Ortschaften sind Alpinismuspioniere in ihren Regionen. Deshalb haben die Berge und das Bergsteigen im kulturellen Selbstverständnis der Einheimischen und Gäste einen hohen Stellenwert. Das Bewusstsein für den notwendigen Einklang mit der Natur ist dort noch lebendig, und natürliche Grenzen werden von den Menschen akzeptiert.
Das Besondere an Lunz am See
Niederösterreich fällt einem vielleicht nicht als Allererstes ein, wenn es um Bergsteigerdörfer geht. Lunz am See steht den restlichen Orten allerdings um nichts nach. „Ich kannte mich zu Beginn auch nicht so gut in der Region aus“, gibt Reitler zu. „Aber eine Wanderung am Lunzer See zu starten, vorbei an Mittersee und Obersee, um dann den Ausblick von der Herrenalm zu genießen, das ist schon sehr besonders.“ Das wissen Einheimische genauso zu schätzen wie Gäste. Und beide Personengruppen sind wichtig für den Fortbestand des Ortes in seiner ursprünglichen Form.
